Spendenaktion für das Main­Äppelhaus Lohrberg

Jedes Hemd erzählt eine Geschichte und dieses Jahr möchten wir mit dem Verkauf eines unserer Muster auch etwas Gutes tun.

Wir stehen bereits seit zwei Jahren im Kontakt mit Gerhard Weinrich, dem Vorsitzenden des MainÄppelhaus Lohrberg in Frankfurt. Dieses Jahr haben wir uns entschieden seine Idee eines Streuobstwiesen-Musters zu verwirklichen und gleichzeitig auch den Verein unterstützen. Das Streuobstwiesen Hawaiihemd ist 5 Euro teurer als gewohnt – dafür spenden wir für jedes verkaufte Hemd 10 Euro an das MainÄppelhaus Lohrberg. Damit ihr erfahrt, warum wir den Verein unterstützen möchten, haben wir ein kleines Interview mit Gerhard Weinrich geführt …

Seit wann gibt es das MainÄppelhaus Lohrberg und was macht ihr genau?

Gerhard Weinrich: Der Verein MainÄppelHaus Lohrberg wurde im Jahr 2003 gegründet, um eine Renaissance der Streuobstwiesen zu erreichen.
Der ehemalige Beratungsgarten der Stadt Frankfurt, auf dessen Gelände sich der Verein etabliert hat, wurde als der geniale Punkt in Frankfurt angesehen, das MainÄppelHaus zu entwickeln. Frankfurterinnen und Frankfurter und auch viele Menschen aus der Region kannten ihren „Hausberg“ als den herausragenden Ausflugsort, nicht nur nach dem Krieg, sondern insbesondere heute als Nahziel vor ihrer Haustür.
Wir kümmern uns um die Ausbildung von Kindern ab dem Kindergarten (3 Jahre) bis zum Ende der Grundschule. Wir bringen ihnen die Streuobstwiesen spielerisch näher, damit sie nicht nur Obstsorten unterscheiden können sondern auch etwas über ihre Verwendung erfahren. Und vor allem, dass das darunter Wachsende nicht nur Gras ist, sondern dass da auch das eine oder andere Kräutlein für die Gesundheit des Menschen von Nutzen sein kann.
Wir machen Obstschnittkurse, bilden Menschen aus zu Streuobstpädagogen und Biotopmanagern, wir bieten Sensen- und Dengelkurse und alles rund um den Apfel.

Kannst du uns kurz etwas zum Thema Streuobstwiesen und Naturschutz erzählen?

Gerhard Weinrich: Aus dem Rückgang der Streuobstwiesen in den letzten Jahrzehnten sollte nicht gefolgert werden, dass diese bedeutungslos geworden sind. Der Obstanbau in Hessen umfasst vorm allem die Produktion von Saft, Apfelwein und edlen Destillaten.
Streuobstwiesen verleihen der Kulturlandschaft Hessens ihr charakteristisches Aussehen. So gilt der Berger-Bischofsheimer Hang als das größte zusammenhängende Streuobstgebiet Hessens.
Streuobstbestände gliedern und beleben das Landschaftsbild und stellen für den Betrachter einen hohen Erlebniswert dar. Viele der Ortschaften sind durch die ortsnahen Streuobstgürtel harmonisch in die Landschaft eingebunden und empfinden sich gar als „Streuobstgemeinden“.
Die Streuobstbestände gelten als „ein Stück gewachsene Heimat“. Zudem haben die Obstbäume auch Eingang in zahlreiche Redewendungen gefunden, wie z.B. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“.
Streuobstwiesen bilden einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Dieser Artenreichtum ist bedingt durch die Kombination von extensiv genutztem Grünland und offenen Gehölzstrukturen. Sowohl Offenlandbewohner als auch eher waldliebende Arten mit unterschiedlichen Feuchtigkeits- und Temperaturansprüchen treffen hier aufeinander und nutzen das abwechslungsreiche Mosaik an Lebensräumen. Mit dem Alter nimmt die ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen weiter zu. Neuanlagen erreichen erst nach mehreren Jahrzehnten den ökologischen Wert alter Bestände.
Laut Schätzungen liegt das Arteninventar von heimischen Streuobstwiesen bei über 3.000 Tierarten. Diese leben entweder im Boden, im Unterwuchs, an den häufig von Flechten und Moosen überzogenen Stämmen oder im Kronenraum der Obstbäume. Aufmerksame Besucher können auf Streuobstwiesen beispielsweise die Haselmaus, zahlreiche Schmetterlingsarten oder den Gartenrotschwanz beobachten. Viele dieser Arten stehen auf der Roten Liste und werden als gefährdet eingestuft. Von besonderer Bedeutung sind die Höhlen älterer Bäume, denn diese kommen etlichen Vogelarten wie dem Wendehals und dem Steinkauz oder Säugetieren wie dem Garten- bzw. Siebenschläfer und diversen Fledermausarten zu Gute.
Der Artenreichtum einer Streuobstwiese ist auch an der Zusammensetzung des Unterwuchses erkennbar. Hier blühen Veilchen, Schlüsselblumen, Margeriten, Witwenblumen, Wiesensalbei, verschiedene Kleearten und vieles mehr. Für Bienen und zahlreiche andere Insekten sind Obstwiesen daher nicht nur zur Blütezeit der Obstbäume attraktiv, sondern auch wegen der reichen Ausstattung an blühenden Kräutern.

Wie bringt Ihr interessierten jungen und alten Menschen das Thema näher?

Gerhard Weinrich: Die Kinder erzählen über die vielfältigen Kurse zu Hause, was sie schönes bei uns erlebt haben uns so gewinnen wir vor allem viele junge Familien, um Streuobstwiesen wieder zu pflegen, Bäume zu pflanzen, Altbäume zu ernten und auch die Wiesen zu mähen. Die Ernte macht Spaß, weil Apfelsaft oder Äppelwein gemacht werden kann und natürlich frisches Obst direkt zum Verzehr anfällt.

Wie kann man euch unterstützen?

Gerhard Weinrich: Ehrenamtliches Engagement wird bei uns hoch geschätzt. Hilfe im Hofladen, im Bistro, draußen auf den Wiesen oder auch mal im Büro, sind gefragt. Natürlich sind wegen der vielen hauptamtlichen Kräfte, die es zu bezahlen gilt, auch finanzielle Hilfen, auch gerne dauerhafter Art, von hohem Nutzen.

Durch die Corona-Krise ist aktuell alles sehr ungewiss aber welche Veranstaltung ist euer persönliches Highlight?

Das Blütenfest am 19.04.2020 wäre es gewesen, darauf folgt dann das Äppelfest im September diesen Jahren. Hoffentlich fällt das nicht auch noch der Pandemie zu Opfer.

Lieber Gerhard, vielen Dank für das Interview!
Mehr Infos erhaltet ihr auf www.mainaeppelhauslohrberg.de

 

Bildnachweis: MainÄppelhaus Lohrberg

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